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14 Jun
17

"Föllsch Foll hinein - und kräftig Amen"

Pfarrer Werner Vogel (82) verstorben: Unvergessene Predigten bei Karnevalisten




Das Requiem für den Verstorbenen findet statt am Donnerstag, 22. Juni, um 13 Uhr in der Klosterkirche Frauenberg; anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof am Frauenberg.
FULDA - Nur zwei Tage nach seinem 82. Geburtstag ist am vergangenen Dienstag OStR a. D. Geistlicher Rat Pfarrer Werner Vogel im 56. Jahr seines Priestertums verstorben. Der aus Eckweisbach in der Rhön stammende Geistliche war in der Region Osthessen eine bekannte Persönlichkeit. "Ich habe viel von ihm für's Leben gelernt. Er war ein Gottesmann und engagierter, menschenfreundlicher Lehrer durch und durch. Er war begeistert und begeisterte. Er hat in seinen 82 Lebensjahren viel Licht auf unsere Welt gebracht und Dunkelheit vertrieben. Danke! Friede seiner Seele!", schrieb heute ein O|N-Leser, als er vom Tod des 82-Jährigen erfuhr. 

Hielt jahrelang während der Fastnachtssaison ...Archivfoto: Martin Angelstein

Die Priesterweihe empfing Werner Vogel am 14. April 1962 nach philosophisch-theologischen Studien in Fulda, Innsbruck und München im Fuldaer Dom durch Bischof Dr. Adolf Bolte. Er war dann zunächst als Kaplan in Hofaschenbach tätig und wurde 1964 zum Lehramtsstudium in München und Frankfurt beurlaubt. Nach Staats- und Assessorenexamen kam er 1968 als Religions- und Geschichtslehrer sowie Lehrer für Politik ans Fuldaer Domgymnasium, wo er 1970 zum Studienrat ernannt wurde. 1974 erfolgte die Ernennung zum Oberstudienrat. Vogel unterrichtete damals an der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Von 1979 bis zu seiner Emeritierung im Sommer 1997 wirkte er an der Winfriedschule Fulda. In Anerkennung seiner Verdienste ernannte ihn Erzbischof Dr. Johannes Dyba 1992 zum Geistlichen Rat. Der Jubilar stand als Lehrer immer in einem besonderen Vertrauensverhältnis zu seinen Schülern. Über 40 Jahre lang gab Pfarrer Vogel ("Yoga-Vogel") Yogaunterricht und gründete vor einem Vierteljahrhundert den spirituellen Verlag „Via Nova“ in Petersberg. Besonders sind hier seine Bücher über Mystik, Spiritualität und Lebenshilfe aus der christlich-spirituellen Tradition zu nennen.

Angesehen und beliebt waren seine spirituellen Seminare im Hünfelder Bonifatiuskloster, wohin aus ganz Deutschland Seminarteilnehmer kamen. Nicht minder unvergessen ist seine Beteiligung an den jährlichen Friedensmessen der Karnevalisten in der Fuldaer Stadtpfarrkirche, wo er stets die Predigt in Reimform hielt, in der es auch hieß: "Fangen wir doch mit dem Frieden jetzt an, vergeben, verzeihen, ob frau ob mann, vertragen uns wieder wie in alten Zeiten, versöhnen uns, lieben uns und beenden das Streiten." Und nicht selten endete seine Predigt mit den Worten: "Föllsch Foll hinein - und dann kräftig Amen." (ma) +++

Im Februar 2009.... ...